Wednesday, June 15, 2005

Hurikan 2

Nun ist sie vorbei: Die befuerchtete Schreckensnacht!
Gottseidank ohne Probleme und Schaden!
Zwar peitschte der Regen mit rieiger Wucht an Haus und Fenster, sodass man jeden Moment glaubte, es muesste wohl demnaechst einstuerzen. Vorsorglich hatten wir alle Fenstyer mit Brettern vernagelt oder wenigstens mit Klebband sternfoermig verklebt ( So soll bei einem Sturm mit Glasbruch die Splitter nicht im ganzen Raum herumfliegen!)

Im Fernseher sehen wir dauernd Bilder von anderen Gegenden und auch aus unserem Dorf. Schlimme Bilder: Weinende Menschen, die vor ihrem einstigen Hab und Gut standen, das in sekundenschnelle zerstoert wurde - auch mir kommen da oft einfach nur die Traenen.

In unserem Dorf war der Schaden nicht allzugross. Dennoch waren viele Frauen - hauptsaechlich mit Kleinkinder - in eines der geoeffneten Schulhaeuser oder anderen Gemeinschaftsraeume umgezogen - noch den Schrecken des nicht allzulange zurueckliegenden Mitsch in Erinnerung!

Bilder aus diesen Raeumen zeigen ein makabres Bild: Fast ist in der Enge der Raeume sowas wie ein Volksfest auszumachen: Lachen, lautes Palaber, ja gar singen - zumeist wohl Galgenhumor! Doch auch die wenigen anwesenden Maennern werden wohl auf ihre Rechnung gekommen sein - und es ist zu erwarten, dass die ohnehin unmoeglich hohe Geburtenrate nach dieser Nacht noch einmal anschwellen wird.

Trotz anhaltendem strengen Regen und meiner Behinderung mit dem gebrochenen Bein mit ich - mit zwi statt einem Stock ausgeruestet - fruehmorgens docj auf die Farm gefahren. Der Taxifahrer weigerte sich, die letzten 500 Meter auf der Farm zu fahren, da der Weg eher einem kleinen Bach glich: So humpelte ich muehsam und vorsichtig zum Farmhaus.

Gottseidank auch hier alles in Ordnung: Zwar war ueberall im Farmhaus und auch im Arbeieterhaus voll Wasser - doch keine groesseren Schaeden. Wir mussten natuerlich die geplante Aussaat der Bohnen ( angedacht war eine Flaeche von 2,5 Ha) auf naechste Woche schieben. So fuellten wir den Tag mit Reperaturen im Haus und erstellten Plastikverschlaege fuer die Zucht - Vogelkaefige. Auch die freilaufenden Kaninchen fingen wir groesstenteils ein und sperrten sie fuer ein paar Tage in die Farmkueche, wo es trocken und waermer ist.

Froh, meine ersten Life-Hurikan heil ueberlebt zu haben, bleibt doch ein gemischtes Gefuehl: Ich denke an die vielen armen Leute die es wieder einmal am haertesten getroffen hat!
Nica-Hanspi

Das Buch zum Thema:

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